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Wie weit sind wir noch von 1984 entfernt?

Bezüglich der Wissenschaft ist es bekannt, dass die Science-Fiction-Autoren viele Sachen beschrieben haben, die inzwischen längst Einzug gehalten haben in unseren Alltag. Doch immer mehr zeigt sich, dass auch George Orwell in „1984“ eine erschreckende Vision hatte, von der wir wohl nicht mehr weit entfernt sind.

(Jetzt habe ich gerade gesehen, dass Spiegel Online diese Assoziation mit „1984“ schon in einem Artikel in 2006 hatte. Na gut, sie ist auch naheliegend, deswegen behalte ich sie mal bei.)

Wirklich überraschend ist das nicht, was da jetzt in den USA bekannt geworden ist: Der amerikanische Geheimdienst NSA betreibt ein streng geheimes Abhörprojekt namens „Prism“, das seit 2007 kontinuierlich ausgebaut wird. Aus geheimen Dokumenten, die in den Besitz der Washington Post und des Guardian gelangten, soll nun hervorgehen, dass dieses Projekt alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.

Zunächst wurde bekannt, dass die NSA per Gerichtsbeschluss den US-Provider Verizon verpflichtet hat, alle Verbindungsdaten – wer hat mit wem wann von wo aus telefoniert – an die NSA abzuliefern.
Nun heißt es, dass die NSA seit einigen Jahren direkten Zugriff auf die Server von Microsoft, Google, Apple, Facebook, YouTube, Skype, AOL und anderen IT-Firmen hat. Die NSA fischt die Daten der Nutzer direkt ab. Zugriff bestehe nicht nur auf die Daten der Nutzer, sondern auch auf Inhalte von E-Mails, übertragene Dateien, Live-Chats und natürlich gespeicherte Suchanfragen!

Der NSA-Direktor James Clapper bestätigte in einer offiziellen Stellungnahme dieses Abhörprogramm, das sich aber nur auf Nicht-US-Bürger, die sich außerhalb der USA aufhalten, beschränke.

Die betroffenen Konzerne teilen übereinstimmend mit, dass sie niemals freiwillig Kundendaten herausgeben würden, nur auf rechtlich bindende Beschlüsse hin. Schön und gut, aber das heißt eben auch NICHT, dass sie das nicht schon seit Jahren unfreiwillig tun.

Schon vor ein par Jahren hatte ich in einer Fernsehdokumentation gesehen, das 2006 in einem Gebäude des Providers AT&T ein geheimer Raum entdeckt wurde, von dem aus die NSA Zugriff auf sämtliche Telefonverbindungsdaten hatte. Die NSA hatte sich einfach in die zentralen Datenkabel eingeschleift, die die Ozeane überspannen. Einfacher geht es nicht. Bereits damals hieß es, es ginge um alle Daten, die über das Internet laufen. Und dann wurden noch mehrere solcher Räume entdeckt.

„Kommen Sie in die USA – Ihre Daten sind schon hier!“

Ausfühliche Informationen in:

Projekt Prism: NSA spioniert weltweit Internetnutzer aus

NSA hat Zugang zu Datenbanken von Apple, Google und Facebook

NSA überwacht Server von Internet-Giganten

USA – Barack Obamas Überwachungsstaat 2.0

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